Mittwoch, 3. August 2016

HARE KRISHNA


DSC09682 DSC09688a DSC09695 DSC09709 DSC09700 DSC09715 DSC09730 DSC09815 DSC09840 DSC09859b DSC09878 DSC09881 DSC09900 DSC09877



ich wünsche der welt mehr offenheit für ungewohntes.

wenn ein mir sehr wichtiger mensch etwas stark beeinflusst und bewegt, dann möchte ich wissen warum. ich möchte von der begeisterung kosten um meiner willen und um den menschen, welcher mir nahesteht, besser verstehen zu können. jane und ich finden immer ein thema über welches geredet werden muss. ein stetiger austausch, geben und nehmen. als sie mir nun vor einigen monaten von den hare krishnas erzählte musste ich erstmal ein kleinwenig schmunzeln. vorurteile, wir kennen sie alle. ich habe mich noch nie mit der philosophie der hare krishnas beschäftigt, kennen tut man die hare krishnas aber doch irgendwie. ich persönlich habe es direkt mit auf der straße tanzenden menschen in verbindung gebracht die immer etwas überdurchschnittlich gut drauf sind. ich habe all das aber erstmal wieder in einen gedankenordner gesteckt und darauf gewartet, dass jane wieder zurück nach hause kommt und mir persönlich über alles berichten kann. vor einer woche ist sie nun zu mir gekommen. der Informationsfluss lief stetig und wir waren in den ersten tagen direkt bei einem kleinen kirtan. mit ca 20 leuten saßen wir dort in dem raum und ich wusste erstmal nicht ganz wie ich mich verhalten sollte. ich wusste aus janes erzählungen in etwa wie so ein kirtan abläuft. jemand sitzt vorne, singt ein mantra - die menge antwortet indem sie das gleiche tut. hört sich erstmal leicht an. war es in meinem kopf aber ganz und garnicht. es geht diesen menschen welche dort sitzen um gott. ich bin inmitten von gläubigen welche aus voller überzeugung zu gott beten. 

हरे कृष्ण हरे कृष्ण कृष्ण कृष्ण हरे हरे
हरे राम हरे राम राम राम हरे हरे
Hare Kṛṣṇa Hare Kṛṣṇa Kṛṣṇa Kṛṣṇa Hare Hare
Hare Rāma, Hare Rāma Rāma Rāma Hare Hare

dann sitze da noch ich. ich würde mich als agnostiker bezeichnen, heißt auf die frage "gibt es einen gott?" würde ich nicht mit "ja" oder "nein" antworten sondern mit den worten "ich weiß es nicht - es ist nicht beantwortbar". so sitze ich da nun in meinem schneidersitz und ein gefühl des unwohlseins macht sich breit. ich habe eine  großen respekt vor dem glaube anderer menschen und somit konnte ich es mit mir nicht vereinbaren lautstark ein mantra mitzusingen welches mir nicht das gleiche wie den umsitzenden bedeutet. dachte ich zumindest. es fing an, die Instrumente spielten, das mantra wurde gesungen und in mir breitete sich ein wohliges entspanntes gefühl aus. ein gefühl welches sich in mir sonst nur ausbreitet während ich zuhause meditiere. und nach einigen runden des mantras setzte ich, als sei es selbstverständlich, mit ein. es fühlte sich nicht falsch an. es wurde immer hitziger menschen fingen an zu klatschen und irgendwann tanzten auch die ersten. am ende fand ich mich selbst singend und tanzend in diesem raum wieder und ich fühlte mich ganz wunderbar. strahlend mit glühenden wangen gingen wir nach hause. 
zwei tage später war ein großes Straßenfest der hare krishnas, wo ich mit jane hin ging. diesmal aber full on. ich trug sogar ein sari, welches ein traditionelles kleidungsstück ist. man fühlt sich so schön in solchen gewändern, wow. es ging mit einem großen umzug los welcher am brandenbrugertor anfing und dort auch wieder endete. hier ist ein video des umzugs, damit ihr euch das alles etwas besser vorstellen könnt. (danach geht es weiter mit dem text)



auf den straßen zu singen und zu tanzen ist man in berlin von etlichen techno umzügen oder dem karneval der kulturen gewohnt. aber all das ohne alkohol und drogen? sowas gibt es doch garnicht. aber doch genau dies gibt es. wir alle sind im wahrsten sinne des wortes ausgerastet. high von positiv geballter energie. den gesamten umzug über wurden mantras gesungen. ein riesiger kirtan auf den straßen berlins. anschließend gab es ansprachen, musik und tanzgruppen welche auf der bühne aufgetreten sind.
wie haben die mitmenschen welche unseren bunten umzug an sich vorbeirauschen gesehen haben reagiert? ich hab um ehrlich zu sein nicht darauf geachtet weil ich wie im rausch war. doch als wir dann alle an der bühne saßen konnte ich die menschen besser beobachten. viele menschen haben es belächelt und fotos gemacht, einige waren wirklich interessiert und dann waren dort natürlich noch menschen welche sich lautstark lustig gemacht haben. meist waren diese menschen in grüppchen unterwegs und man hat gespürt wie sie ihren freunden beweiesen mussten, dass sie das hier alles für unglaublich lächerlich halten und es bloß nicht so rüberkommt als könnten sie es interessant finden. dieses phänomen, dass menschen alles was nicht der norm entspricht vor sich selbst aber vorallem nicht vor anderen menschen zulassen können ist ja kein neues. finde ich persönlich sehr schade, man verpasst soviel von dieser welt durch die selbst aufgesetzten scheuklappen. an dieser stelle nochmal: ich wünsche der welt mehr offenheit für ungewohntes. traut euch eurem schamgefühl den mittelfinger zu zeigen.

also gut es war schön, ich war erfüllt mit liebe und positiver energie. was heißt das denn nun?

ich denke, dass man der philosophie der hare krishnas viel positives entnehmen kann was einem selbst in der entwicklung seines daseins hilft und weiterbringt, auch wenn man selbst nicht unbedingt an einen gott glaubt. man muss nicht direkt bei etwas "mitglied" werden nur um an einer sache zu wachsen. bleibt kritisch, hört nie auf zu hinterfragen und weiter zudenken. lasst aber auch mehr zu, öffnet euch für unbekanntes. ich könnte an dieser stelle auf die philiosophie eingehen, meine gedanken dazu aufschreiben. vielleicht auch generell meine gedanken zu religionen niederschreiben. aber bis hier hin reicht es erstmal, vielleicht in einem weiteren post. vielleicht auch mit mehr wissen. hiermit wollte ich euch einfach nur von meiner kleinen erfahrung mit den hare krishnas erzählen.

Donnerstag, 21. Juli 2016

01:20 

trinke kaffee mit dem mann im mond
nur noch beachtlich selten, aber dafür genussvoll
tratschen über’s universum 

teilen uns kippen 

DSC09295xs DSC09348a DSC09309 Kopie DSC09331a DSC09345 Kopie Kopie

Mittwoch, 20. Juli 2016

DSC09272apa


"wie hast du deine depressionen überwunden? "wie kämpfe ich am besten gegen meine depressionen an?“

solche fragen und ähnliche lese und höre ich überall. 
dazu möchte ich ein paar worte sagen:

zuerst denke ich, dass es schwer ist den lebensumstand eines individuum einzukategorieren. aber nun gut, es ist doch leichter etwas mit einer überkategorie zu versehen. ob es nun für die betroffene person ist, dass man sich nicht wie ein/e irre/r fühlt und weiss das so etwas normal ist, oder auch für aussenstehende um einen leichteren zugang zu finden. aber darum soll es gerade garnicht gehen. 

menschen wollen euch erklären wie ihr die depressionen hinter euch zwingen könnt. wie ihr sie bekämpft und verdammt auf ewig. es gibt bestimmt viele von euch da draussen die an all diesen aufforderungen verzweifeln.  jene die doch wirklich alles tun wollen, dass es ihnen wieder gut geht, sie "normal" sind. ich persönliche kenne diese gedanken zumindest. aber was ist denn normal? als kind wusste ich noch nichteinamal, dass es so etwas wie depressionen gibt. ich dachte es sei normal so zu fühlen und zu denken wie ich es eben tu. mit dem alter haben sich die depressiven symptome verstärkt und ich habe mehr über diverse psychische krankheiten erfahren. ich habe versucht die depressionen mit allen mitteln zu bekämpfen. aber wenn man mit solch einer gefühlslage und auffassung auf dieser welt aufgewachsen ist weiss man selber garnicht wirklich was man da bekämpft und was bleiben soll. was bin ich? was sind die depressionen? natürlich spürt man bei großen schüben genau was da eigentlich in einem vorgeht. aber all die andere zeit? all die andere zeit sind die depressionen unterschwellig da, sie sind nie ganz weg. wie ein seidentuch welches sich zart über dein gemüt legt.

studiert eure psyche, legt euch euren eigenen kleinen werkzeugkasten der psyche an. lernt über all die verschiedenen werkzeuge welche euch mit euch selbst weiterhelfen können. lernt was ihr bei attacken tun könnt, aber in erster linie lernt wie ihr mit euren depressionen im alltag im bezug auf eure mitmenschen und euch selbst umgehen könnt. das ist ganz wichtig, versucht die depressionen nicht auszulöschen und nicht zu bekämpfen sondern versucht sie mit einzubinden. seht es nicht als den großen bösen feind welcher über euch schwebt und euch beherrscht, seht es als durchgehenden anstupser. zieht daraus eure kraft. denn glaubt mir, wenn man sich gezwungener maßen schon im frühen alter mit seiner selbst beschäftigen 'muss‘ erlangt man ganz andere erkenntnisse und eine enorme kraft welche sich in dir breit macht.

auf die frage „wie kann ich meine depressionen überwinden?“ würde ich also mit den worten antworten:
„versuche sie nicht zu überwinden, versuche sie lieben zu lernen. eigne sie dir als nie erschöpfbare kraft an stetig an dir zu arbeiten. wachse mit ihr über dich und deine depressionen hinaus. entscheide dich gegen den kampf und für akzeptanz und toleranz deiner selbst“ 

Freitag, 15. Juli 2016